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Die Haube

Per Definition meint der Begriff Haube eine meist anliegende Kopfbedeckung welche sich vom Hut durch das Fehlen einer Krempe abzuheben gedenkt. Die Haube legt des weiteren auch Wert darauf, dass sie keine Mütze ist, wenngleich es in Österreich und Teilen von Bayern Ignoranten gibt die beide Begriffe synonym verwenden.

Der Haube wird im Allgemeinen eine gewisser Hochmut nachgesagt, was sich nicht nur durch den von ihr beanspruchten Platz auf der höchsten Stelle des Menschen äußert, sondern auch durch so arrogant klingende Bezeichnungen für Haubenarten wie: Fladuse, Calèche, Dormeuse, Krüseler, Gebende, Fontange, Bückeburger, Calotte und ähnlicher Blödsinn.

Im Mittelalter sorgte die Haube für Eheschließungen, indem sie sich eine Frau suchte und sich ihr auf den Kopf setzte. Gemäß eines Beschlusses des fünften Kopfbedekungskonzils, welches von Papst Mützstrikus im 13Jhdt. einberufen worden war, und in dem die Bischöfe die Heiligsprechung der heiligen Haubin von Haarberg beschlossen hatten, entsprach es damals der gesellschaftlichen Norm das eine bemützte Frau möglichst schnell zu heiraten hatte.

Bekannt ist ferner auch der von allen Großmütter weltweit viel rezitierte, an ihr Enkelkinder gerichtete Spruch: „Setz dir eine Haube auf, du verkühlst dich sonst ja!“
Das darauf folgende Ritual sieht dann so aus, dass die Kinder brav ihre Haube aufsetzen, sie aber sofort wieder abnehmen sobald sie außer Sichtweite der Großmutter sind. Obwohl die Kinder nun den restlichen Tag über unbehaubt herumlaufen, verkühlen sie sich nicht, was ein unanfechtbarer Beweis für den wirkungsvollen Segen der heiligen Haubine ist.

Psychologen haben festgestellt, dass die Haube-Mensch Beziehung eine sehr innige ist.

Wenn eine Haube erst mal den passenden Menschen gefunden hat, hält die Beziehung meist ein Haubenleben lang. Die beiden teilen dann ihre intimsten Geheimnisse miteinander, hören einander zu und geben sich gegenseitig Schutz und Wärme.

Gerade im Angesicht dieser engen Bindung ist es verwunderlich, dass der allgemeine Sprachgebrauch nach wie vor fälschlicherweise darauf schließen lässt, dass Menschen Hauben machen. In Wahrheit existiert die Haube ja schon von jeher als kosmische Ur-Idee, als alles umfassendes Ur-Prinzip, welches sich in unendlicher Mannigfaltigkeit, mithilfe der energetischen Strickzipien des Seins, in der Form der groben Materie verkörpert.
Im spirituellen Sinne ist die Haube also der umhüllende, schützende, wärmende Aspekt der Schöpfung, und es ist gewiss kein Zufall das die Inuit unter anderem eine Göttin verehren welche den Beinamen „Die gute Wollene“ trägt, und die stets mit einer großen Wollmütze auf dem Kopf dargestellt wird. Und ein mongolisches Sprichwort sagt: „Der Älteste ist weise, der Schamane sehr klug, aber die Haubenmacherin weiß Rat.“


Haubenmacherinen gibt es heutzutage ja leider nicht mehr viele. Aber wer eine ganz individuelle, wirklich handgemachte Haube mit eigener Seele haben will, sollt mal hier bei JuBeanieDreams reinschauen. Oder der netten Haubenmacherin auf den Bildern oben eine mail an  margit.strobl@gmx.at schreiben.

mit behaubten Grüssen ohne Werbung, Manfred Herrmann

One observation on “Die Haube
  1. Margit Strobl

    Lieber HerrMann, selbst Farben, Rat und Tat ersetzen keine so gekonnten Wortspielereien, wie obige. GENIAL verspielt betroffen *Punkt/Ausrufzeichen* Hmmmm, natürlich ersetzen Hauben nicht Kopfgegraule und liebevolles Geraunze an seine Umgebung…aber sie sind immer für einen da, gehen mit einem durch dick und dünn, hören sich alles an, mucken nicht auf – also die idealen stillen, treuen, eigenwilligen, neugierigen, mutigen, belustigten Begleiter für Unternehmungen aller Art.

     
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