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Perchtoldsdorfer Heide – Ziesel

Heute morgen beschloss ich, mal wieder auf die Perchtoldsdorfer Heide zu fahren. Hierbei handelt es sich um eine Trockenrasen – Landschaft am Stadtrand von Perchtoldsdorf, die einerseits ein beliebtes Natur-Erholungsgebiet für die ansässige Bevölkerung darstellt, andererseits auch vielen mittlerweile selten gewordenen, oder gar vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten  Lebensraum bietet.
Zu diesen Tierarten gehört auch das europäische Ziesel, ein etwa 20cm langes Tier aus der Familie der Erdhörnchen, welches früher in Österreich sehr häufig anzutreffen war, aufgrund seines zunehmend verschwindenden Lebensraumes -eben Trockenrasen – aber mittlerweile auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten steht.

Während bei meiner Abfahrt in Sooß noch strahlend blauer Himmel gewesen war, fand ich mich in Perchtoldsdorf in einer dicken Wolken- und Nebelsuppe wieder. Ich dachte schon, ohne ein Zieselfoto wieder nach Hause fahren zu müssen, denn Ziesel pflegen einen recht gemütlichen Lebensstil. Sie kommen erst einige Zeit nach Sonnenaufgang aus dem Bau, verlassen ihn bei Regen oder Kälte gar nicht, bleiben auch bei großer Hitze über Mittag in ihrem Bau und ziehen sich prinzipiell auch vor Sonnenuntergang wieder in ihre Behausungen zurück. Da es nun also feucht und etwas kühl war, befürchtete ich, die Tiere würden nicht rauskommen. Nach etwa einer halben Stunde warten, erspähte ich aber dann doch ein Ziesel.


Die Ziesel entfernen sich nie all zu weit von den Eingängen zu ihrem Bau. Bevor sie zu fressen beginnen, bleiben sie erst einmal eine Weile ruhig vor dem Eingang hocken und halten nach etwaigen Gefahren ausschau. Dabei stellen sie sich auch immer wieder auf die Hinterbeine um einen besseren Überblick zu haben.

Als natürliche Feinde haben sie vor allem Greifvögel, ferner aber auch Füchse und Hunde. Hunde, vor allem freilaufende, stellen auf der Perchtoldsdorfer Heide ein Problem für die Ziesel dar. Auch wenn Hunde die flinken Tierchen kaum erbeuten können, flüchten die Ziesel beim Erscheinen eines Hundes natürlich in ihren Bau, wo sie dann eine gewisse Zeit bleiben. Geschieht dies zu oft, entgeht ihnen wichtige Fresszeit und sie können nicht genug Fettreserven für den Winter ansetzen. Auch Modellflieger sind hier als Problem zu nennen, da die Ziesel diese für Greifvögel halten und entsprechend flüchten.
Auf der Perchtoldsdorfer Heide gibt es mittlerweile ein mit einem Elektrozaun umgebenes Areal, in dem die Tiere zumindest vor Hunden Ruhe finden.

Die Nahrung der Ziesel besteht vorwiegend aus Samen, daneben auch aus Wurzelwerk, Knollen, Kräutern und Gräsern. Auch Insekten und wirbellose Tiere werden als Leckerbissen zwischendurch nicht verschmäht.
Auf der Perchtoldsdorfer Heide werden die sehr zutraulichen Tiere leider auch immer wieder von Menschen gefüttert. Dadurch kommt es gleich mehrfach zu Problemen. Meist werden fette Nüsse gefüttert, oft auch Schokolade und Obst. Die Tiere fressen diese Sachen sehr gerne. Da sie aber in ihrem natürlichen Lebensraum nicht vorkommen und der Verdauungsapparat der Tiere an harte, wasserarme und wenig nährstoffreiche Nahrung angepasst ist, schadet ihnen das von Menschen gefütterte Fressen mehr, als das es ihnen nutzt. Auch ändert sich dadurch die Zusammensetzung des Winterfetts der Tiere und wird oft zu schnell aufgebraucht.
Des weitern lockt die von Menschen verstreute, liegengebliebene Nahrung Krähen an. Diese wiederum jagen, oft einfach aus Spieltrieb, die Ziesel.

Generell wird für die Ziesel, als auch für das ganze Gebiet dort, viel getan und die Zahl der Ziesel steigt wieder an. Wer nun Interesse hat, kann auf der Homepage der Heide genaueres nachlesen.
Wer jetzt hinfahren und ebenfalls seltene Tiere und Pflanzen knipsen will: Bitte respektiert die üblichen Verhaltensregeln im Umgang mit Tier und Natur!

Viel Spaß auf der Heide, wünscht Manfred Herrmann

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