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Nordische Mythen – Der Mond und die Sonne

Es ist eine gute Frage, was es denn mit dem Mond und der Sonne auf sich hat. Im „Wafthrudnirlied“, wo ein Wissenswettstreit zwischen Odin und dem Riesen Wafthrudnir („der im Verwickeln Starke“) beschrieben wird, stellt Odin dem Riesen genau diese Frage. Daraufhin antwortet Wafthrudnir:

„Mundilfari heiß er,
er soll des Mondes Vater
und der Sonne sein;
sie ziehen täglich,
zum Zeitmaß den Menschen,
über den Himmel hin.“
 

(Übers.: Felix Genzmer)

Mundilfari („der sich nach bestimmten Zeiten bewegt“) gehört dem Geschlecht der Riesen an und gilt als Beweger der Weltachse. Er hat zwei Kinder, die so hübsch waren, dass er sie nach den Gestirnen Sol („Sonne“) und Mani („Mond“) benannte. Dies Anmaßung erzürnte aber die Götter, weshalb sie die beiden als Wagenlenker eben dieser Gestirne an den Himmel setzen. Mani wird auf seiner Fahrt von den beiden Kindern Bil („die Abnehmende“) und Hjuki („der zu Kräften kommende“) begleitet. Er nahm die Beiden zu sich, als sie vom Brunnen Byrgir kamen. Den Eimer sowie die Stange an der sie diesen trugen, kann man nach wie vor als Mondflecken sehen.

Unablässig wir Manis von Pferden gezogener Mondwagen von einem Wolf verfolgt. Je nach Überlieferung handelt es sich dabei um den Wolf Hati („Hasser“), welcher zu Raganrök („Schicksal der Götter“) den Mond verschlingen wird, oder um den Wolf  Managarm („Mondshund“), der den Mond zu Ragnarök ebenfalls verschlingen wird, wobei das Blut des Mondes dann auf die Sonne spritzt und diese verdunkelt.

Sols Wagen wird von zwei Pferden mit den Namen Arvakr („der Frühwache“) und Alsvidr („der Allgeschwinde“) gezogen. Der Wagen selbst wird von dem Schild Swalin („der Kühle) vor der Gluthitze geschützt. Auch Sol wird verfolgt, nämlich von Hatis Zwillingsbruder, dem Wolf Skalli (wahrscheinlich „Schatten“) verfolgt. Bei einer Sonnenfinsternis kommt Skalli der Sonne gefährlich nahe. Eine anderern Überlieferung nach, verschlingt der Fenriswolf selbst die Sonne. (Ein riesiger Wolf, erstes Kind von Loki und der Riesin Angrboda, der von den Göttern mithilfe einer List gefesselt wurde und sich zu Ragnarök befreit) .
Allerdings gebiert Sol zu diesem Zeitpunkt eine Tochter, schöner noch als sie selbst, die in der neuen Welt weiter scheinen wird.

Wie auch sonst in der nordischen Mythologie, sind Sonne und Mond also keine allmächtigen und unsterblichen Götter. Sie sind, so wie alles andere auch, einem Schicksal unterworfen. Ragnarök = Schicksal der Götter (aus „ragna“= „Gott“ und „rök“ = „Ursache, Sinn des Ursprunges.“)

Mit mythologischen Grüssen, Manfred Herrmann

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