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Von Enten und Fotografen

Menschen mögen Enten und Enten scheinen auch Menschen zu mögen, zumindest solange sie von ihnen gefüttert und nicht selbst verspeist werden. Das Verhältnis zwischen Fotograf und Ente hingegen, ist eher ein zwiespältiges, zumindest von der Fotografenseite her. Wir reden hier im folgenden übrigens ausschließlich von der so gut wie überall anzutreffenden Stockente sowie dem etwas ambitionierteren Hobbyknipser.

So gut wie jeder Fotograf mit wenig Erfahrung, der schon einmal ein Foto von einer Ente zwecks ehrlicher Bildkritik in einem Fotoforum eingestellt hat, weiß nach ungefähr 10 Minuten zwei Dinge:

1: Der Ausdruck „Entenknipser“ ist definitiv KEINE Bezeichnung für den erfolgreichen Naturfotografen mit dem Spezialgebiet Wasservögel.

2: Nur Anfänger fotografieren Enten.

Erst nach der Erkenntnis dieser beiden Dinge erfährt -ein gutmütiges Forenpublikum vorausgesetzt- der frisch gebackene Entenknipser näheres. Zum Beispiel das die Ente NIEMALS in der Mitte des Bildes sein darf, außer natürlich, die mittige Positionierung unterstreicht die Bildaussage.  Je nachdem wie viel Ente auf dem Bild nun zu sehen ist wäre es besser gewesen  nur ein Kopf-Schulter Porträt von der Ente zu machen, oder die ganze Ente zu zeigen, oder den natürlichen Lebensraum der Ente mit einzubinden.

Fakt ist: Es ist FAST völlig unmöglich das perfekte Foto zu machen, aber es ist wirklich VÖLLIG unmöglich das perfekte Foto von einer Ente zu machen. Zu viel Ente, zu wenig Ente, störender Hintergrund, kein Hintergrund, und irgend etwas stört sowieso immer…… Von mangelnder oder falsch sitzender Schärfe und nicht optimalen Licht erst gar nicht zu reden.

Einigen wir uns also darauf das es das perfekte Entenfoto nicht gibt. Dann stellt sich doch noch immer die Frage, warum eine leidlich scharfe Ganzkörperaufnahme einer Ente IMMER weitaus schlechtere Kritiken erhält als eine leidlich scharfe Ganzkörperaufnahme einer Libelle? Ich meine okay, das Scharfstellen ist bei Makroaufnahmen ein bisschen schwieriger als bei „normalen“ Bildern. Aber zumindest bei den größeren Libellen ist es sooooooo schwierig dann auch wieder nicht. Warum also?

Ich glaube es liegt einfach daran, dass es zu viele Stockenten gibt, und das sie sowohl groß genug als auch ausreichend zutraulich sind um von jedem auch ohne teure Makro-oder Teleobjektive noch fotografiert werden zu können, während alle andere Lebewesen am und im Wasser schon lange das Weite gesucht haben.

Somit werden also alle klassischen Anfängerfehler in der Tierfotografie  zu einem viel größeren Teil bei Fotos von Enten als bei allen anderen Tieren gemacht. Ich schätze, wenn man die Zahl aller frei lebenden Stockenten hoch 5 nimmt, kommt man ungefähr auf die Zahl der Bilder die schwimmende, mittige, teils fehlbelichtete und un- oder falsch- scharfe Enten zeigen.

Macht aber nix. Zum üben und als Trostpflaster wenn sämtliche andere Tiere einfach nicht vor die Kamera wollen, so wie bei mir gestern, sind Enten trotzdem gut. Eigentlich sind sie überhaupt cool. Ich mag Enten. Die können ja auch nichts dafür wenn der Fotograf Scheiße baut.

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Schnatter Schnatter, Manfred Herrmann

2 observations on “Von Enten und Fotografen
  1. Sabine Herrmann

    Vielleicht sollte es der Hobby-Entenfotograf einfach mit dem entsprechenden Forum versuchen, nämlich dem der Entenliebhaber und nicht der Fotografen? Ich bin sicher, dort würde sich einiges an Lob finden ;-))!

     
    1. Herr M

      Möglich. Aber im Entenforum fuckens einen dann wieder an weil man den lateinischen Namen der Ente nicht 10x hintereinander schnell rückwärts aufsagen kann, oder so……. 🙂

       
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