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Die abergläubische Amsel

Die Amsel gehört zur Art der Drosseln, ist ursprünglich ein Waldvogel, seit etwa zweihundert Jahren ein Kulturfolger und hat zahlreich Eingang in Märchen, Aberglauben, christliche und (neu)heidnische Mythen gefunden.
Wenn man sie so im Gesträuch hocken sieht, zwischen den Zweigen nicht mehr als ein Schatten mit einem wunderbar orange leuchtenden Schnabel, dann hat dieser Anblick ja auch etwas magisches an sich.
Diesen stark gefärbten Schnabel und das fast gänzlich schwarze Federkleid ist nur den Männchen eigen, während die Weibchen braun sind und einen helleren, gelblichen Schnabel haben.

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Man sagt, in ein Haus in dem eine Amsel wohnt, könne kein Blitz einschlagen. Will man jemanden um den Schlaf bringen, muss man eine Feder vom rechten Flügel an einem Faden im Haus aufhängen. Und wenn man einem Schlafenden das Herz einer Amsel unter das Kopfkissen legt, kann er in einer späteren Befragung nicht von der Wahrheit abweichen.

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Die Amsel, die ursprünglich weiß war,  kam zu ihrem Aussehen durch eine Schatzsuche in einem unterirdischen Gang, bei der sie von einem Ungeheuer überrascht und mit rauchigem Atem angefaucht wurde, wodurch sich ihr Gefieder schwarz färbte. Aber ihr Schnabel behielt die Farbe des Goldes, das sie hatte rauben wollen.

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Der markante Warnschrei ist übrigens der selbe Angstschrei, den die Amsel damals bei der Begegnung mit dem Ungeheuer ausgestoßen hat. (Siehe: Die Amsel und die Elster)

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Über den irischen heiligen Kevin von Glendalough sagt man, eine Amsel habe ihn, während er in den Fastenzeit betete, ein Ei in die Hände gelegt. Der Heilige sei dann so lange in seiner Gebetshaltung geblieben, bis das Ei ausgebrütet war und das Junge davonfliegen konnte. (Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_von_Glendalough)

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Amseln werden aufgrund ihrer Farbe auch mit Trauer assoziert. Andernorts treten sie als Vermittler zwischen einer anderen Welt und der Welt der Menschen auf. In Geschichten sprechen Amseln zuweilen die Sprache der Menschen oder Menschen verstehen den Gesang der Amseln. In beiden Fällen kommt dabei immer verborgenes Wissen ans Tageslicht. Einmal zu Glück, einmal zum Unglück des einen oder anderen Protagonisten…

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Als „diebisch“ gilt die Amsel im allgemeinen eher nicht, diese Charaktereigenschaft wird den Elstern nachgesagt. Trotzdem soll es vorkommen und wenn man sieht wie flink sie beim Beerenpflücken sind …

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…könnten sie wohl auch als Diebe ganz gut Karrieren machen.

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Leider jenseits von Mythos und Aberglaube, ist, bzw. war das sogenannte „Amselsterben“. Es begann 2001 in der Umgebung von Wien und breitete sich dann auf Ungarn, Schweiz und Italien aus. Schuld daran war das zuvor nur aus Afrika bekannte, sogenannte „Usutu-Virus“. Seit 2006 haben sich die Bestände aber wieder normalisiert . (Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Amsel#Mortalit.C3.A4tsursachen_und_Lebensalter)

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Mit amseligen Grüßen, Manfred Herrmann

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