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Morgen (früh)

„Morgen“ ist ja für viele Menschen etwas eher unangenehmes. Je früher desto schlimmer. Ich verstehe das, war ich doch lange Zeit selber ein Morgenmuffel. Aber irgendwie habe ich mich umgewöhnt.

Heute mag ich es, vor Sonnenaufgang aufzustehen und raus zu gehen. Mir gefällt es wenn der Morgennebel noch über den Feldern liegt und die Welt ein bisschen unwirklich scheint.

Ich erlebe gerne diese kurze Zeit der Morgendämmerung, wo das Auge sich noch mehr auf Formen als auf Farben verlassen muss.

Es erfreut mich wenn die Sonne dann am Horizont aufsteigt-Immer überraschend schnell.

Ich sehe gerne dabei zu wie die Welt allmählich aber stetig an Farbe gewinnt.

Und ich mag das Licht zu dieser Zeit. Das Licht und die langen Schatten.

Es sind diese wenigen Minuten am Tag, die mich dahin gebracht haben, jeden Glauben an irgendeinen Gott, jedes Anhängen an esoterische Philosophien aufzugeben. Es braucht nur das Erlebnis eines solchen Morgens, und jeder Glaube an das was hinter dem Morgen stecken könnte, würde das Erlebnis verwässern.

Nur so fühle ich mich frei, nur so sind mir das durchnässte Schuhwerk und die durchweichten Hosenbeine völlig egal. Nur so gehe ich glücklich nach Hause, ohne Gott und ohne Glauben, aber eins und zufrieden mit mir und der Welt.

Mit den besten Grüssen an alle Morgenmuffel, Manfred Herrmann

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