Die Hochzeit zwischen Himmel und Erde

Die Hochzeit zwischen Himmel und Erde findet häufig in der Morgen-oder Abenddämmerung statt. Es ist die Zeit wenn des Himmels Wolken sich nieder neigen und zugleich der Erde Wasser ihnen entgegen strebt. Dampf wird zu Wasser, Wasser zu Dampf, zwischen haltloser Weite und verwurzelten Grund.

Wenn oben und unten sich einen, dann ist das auch die Zeit während der die Geister dieser Welten miteinander tanzen. Und es ist die Zeit, in der die Schamanen und Zauberer ihren Weg in oder aus oder zu einer Welt neu erfinden.

 

So gesehen heute morgen am Kremesberg; mit den besten Wünschen, Manfred Herrmann


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Die Todeskreuzung

Man schmunzelt darüber, fühlt sich zu dem einen oder anderen Witz genötigt, oder zu ein paar lapidaren Sätzen im eigenen Blog. Das hat der Tod so an sich, dass man sich lustig über ihn macht. Zumindest so lange, bis er irgendwo im persönlichen Umfeld auftaucht. Da hört sich der Spaß dann auf. Wir haben Angst vor dem Tod, und wenn schon nicht vor dem Tod, dann zumindest vor dem sterben. Davor das wir selbst sterben, davor das liebe Menschen sterben. Deshalb machen wir uns lustig über den Tod und deshalb stellen wir solche Schilder auf.

Wäre es besser wenn wir wüssten was nach dem Tunnel kommt? Wenn wir wüssten wie sich “das Danach” anfühlt?

“Verschwimmen” wir einfach mit der Welt? Verlieren wir uns in einem Strom kleiner Augenblicke, mal hier mal dort mit unserer Aufmerksamkeit? Trägt es unsere Seele so durch das Sein, bis- Ja, bis wann eigentlich?

Oder ist es wie eine Art Schleife, in der unsere Aufmerksamkeit immer wieder an den selben Punkt zurückkehrt, um sich dann ein ums andere mal erneut zu verlieren?

Oder es ist auch gar nicht so anders als vorher. Nur ein bisschen ungewohnter. Ein  wenig stiller womöglich. Wie in einer Erinnerung, vielleicht?

Gleicht die Welt danach der Welt davor? Finden wir es eine hässlichere oder schöner Welt? Wissen wir es zu beurteilen? Können wir überhaupt noch urteilen? Müssen wir uns entschieden zwischen der Fassade des Vertrauten und dem was ihr gegenüber liegt? Können wir uns einfach umdrehen und beginnen, anstatt der Welt der Fassaden den Weg hinter den Horizont des Vertrauten zu suchen?

Können wir? Dürfen wir? Fest steht, irgendwann müssen wir. Zuletzt wenn wir dem Tod selbst begegnen, zuvor wenn er unsere Lieben ereilt.

Manfred Herrmann

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Antoniusbründl

In Pottenstein an der Triesting findet sich das sogenannte “Antoniusbründel”. Ein schöner Ort, mit nur einem einzigen, dafür aber umso größeren Schönheitsfleck. Zumindest meiner ganz persönlichen Meinung nach. Biegt man nämlich unten angekommen um die Ecke ist das erste was einen ins Auge sticht nicht etwa die Quelle, oder den Bach, oder irgend etwas anderes von Mutter Natur, nein-Solider Beton begrenzt den Blick auf alles andere. Es ist ja eine ewige Unsitte der Kirche, an so vielen besonderen Natur-Plätzen wie nur möglich, irgendwelche christlichen Bauten zu errichten. Eine absolut hervorragende Methode die Herrlichkeit der Natur zur Herrlichkeit der Kirche zu machen. Um in weiterer Folge dann auch noch dreist zu behaupten, die Kirche heilige den Ort…………

Wie man sieht war die Quelle nicht immer nach dem heiligen Antonius benannt. Im 15 Jahrhundert hieß es noch schlicht “pey dem heyligen prun”.

Das Wasser selbst kommt aus einem Spalt der ungefähr 200 Meter tief sein soll, die Quelle weist ein Schüttung von 90-100 Liter in der Minute auf.

Unbestritten ist die hervorragende Qualität des Wassers. Es gilt als keimfrei, ist glasklar und soll auch Heilkraft haben- Ich kann es nicht beurteilen, aber fest steht das dieses Wasser hervorragend schmeckt. Insbesonderes dann, wenn man es in Form der Brunnenkresse, die in diesem Wasser bestens gedeiht, zu sich nimmt. Die Brunnenkresse wiederum, sollte man auf ein Butterbrot tun und dann noch eine Prise Salz darüber streuen. Schmeckt besser und macht zufriedener als fast alles was man sonst so den ganzen Tag über in sich hineinstopft. Lässt man dazu auch noch die Füße an einem heißen Sommertag ins kühle Nass baumeln, braucht man eigentlich keine Wunderheilungen mehr.

Fest steht: Dieser Ort ist heilig. Aber er ist es nicht im Sinne der Betonkirche. Auch nicht im Sinne beliebig rekonstruierter heidnischer Naturreligionen. Dieser Ort ist “heilig” ganz im ursprünglichen Wortsinne von “ganz, gesund und unversehrt”.  Mehr braucht es auch nicht.

 

Mit planschenden Grüssen,

Manfred Herrmann

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Die alte Schwengelpumpe-Freuds Freude

Da steht sie also, in der Mittagshitze des 1.August,  mitten auf einem Stoppelacker, irgendwo entlang des Radweges zwischen Großau/Gainfarn und Bad Vöslau.  Einsam wirkt sie irgendwie. Vergessen. Etwas altes das niemand mehr braucht, das höchstens im Weg steht, worüber sich der Bauer schon lange ärgert, es aber irgendwie trotzdem nie schafft sie abzumontieren. Wasser kommt keines mehr, da kann man noch so heftig pumpen. Nur ein tiefes brummen hört man. Zwei oder drei Wespen kommen anstelle des erfrischenden Nass aus dem Auslauf. Man hört lieber wieder auf zu pumpen.

Andere Gedanken drängen sich auf. An das gute alte “Damals”, als prinzipiell noch alles besser war. Oder zumindest anders. Der Bauer mit dem wettergegerbten Gesicht, die jungen Erntehelfer, die Bäuerin und die Mägde  mit ihren Körben, angefüllt mit Brot und Käse. Sie alle wie sie in der Mittagshitze bei der Pumpe zur Rast zusammenkommen, Wasser pumpen, sich erfrischen. Hat diese Pumpe solche Zeiten noch gesehen oder ist auch sie dafür noch zu jung?

Bei aller Liebe zur Nostalgie kommt man bei näherer Betrachtung der Pumpe aber nicht umhin, über ein paar (unanständige) Ecken auch an den guten alten Sigmund Freud zu denken. Immerhin ist die Schwengelpumpe ja ein Paradebeispiel sexueller Symbolik. Da ragt unten ein Rohr in die Erde. Da ist oben der Schwengel der hin und her bewegt wird. Zugleich fährt innen, für das Auge unsichtbar, aber durchaus spürbar, der Kolben auf und ab. Bis früher oder später-je nach Pumpleistung und Wasserstand- die Flüssigkeit durch das Saugrohr aufsteigt und aus dem Auslass spritzt. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Ein Narr wer es nicht tut.

Jedenfalls hätte Freud seine Freude mit dem Teil. Stellt sich die Frage wofür laut Freud diese Pumpe im Traum stehen würde?Vermutlich  wäre es keine all zu gute Diagnose. Immerhin ist das Teil alt, und obendrein kaputt. Man kann pumpen was man will, im besten Fall sind das Resultat stechende Insekten. Klar, bei Männern lässt sich jetzt rasch auf die Angst vor Impotenz, respektive Kastrationsangst schließen. Aber was würde Freud zu einer Patientin sagen? Fürchtet sie sich vor den Wespen? Pumpt sie erfolglos? Wäre sie, im Sinne des Penisneides, gerne die Pumpe?

Fragen über Fragen. Der alten Pumpe wird es egal sein. Dem Bauern auch. Und Freud ist schon lange tod. Heutzutage nimmt man es mit dem Sex und dem Unterbewusstsein ja auch gar nicht mehr so genau. Stellt sich die Frage warum man bei Ansicht der Pumpe dann trotzdem daran denkt.

 

In diesem Sinne danke fürs Lesen, und eine funktionierende Pumpe wünscht

Manfred Herrmann

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Strometrie

Die Strometrie befasst sich mit der Art und Weise wie die Natur, also Landschaften, Gewässer, Wolken und so weiter, sowie dementsprechend auch alles von Menschenhand Geschaffene, welches sich ja immer in der einen oder anderen Weise in die Natur einfügen muss um überhaupt sein zu können, “strömt”.  Die Strometrie sucht Antworten auf Fragen wie: “Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Verlauf der Straße, der Flugrichtung des Vogelschwarms, der Zugrichtung der Wolken und dem Verlauf der Überlandkabel?”

“Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wuchs der Äste des kahlen Baumes und seiner Umgebung?”

einzelner Baum auf Ebene

Nachdem sich die Wissenschaft jahrelang mehr oder weniger erfolglos mit verschiedenen Theorien zur Berechnung solcher Zusammenhänge auseinandergesetzt hat, gelang 2005 einem gewissen Dr. Gunther Hochwachs der Durchbruch. Er verglich verschiedene geometrische Zusammenhänge in der Konstruktion von Hochspannungsmasten mit der auf geometrische Formen abstrahierten Umgebung, wobei er die Geometrie der Masten jeweils aus unterschiedlichen Winkeln bei exakter Blickrichtung nach verschiedenen Himmelrichtungen, in weiterer Folge auch nach bestimmten Längen-und Breitengraden betrachtete. Dabei stellte sich heraus, dass die Geometrie der Masten bei richtiger Betrachtung mit der Geometrie der Umgebung genau übereinstimmt. Aber nicht nur das- Durch eine Veränderung der Betrachtungsweise und komplexen Berechnungsmethoden anhand der auf 600 Nachkommastellen genauen Zahl PI können Veränderungen in der Geometrie der Umwelt sowohl vorausgesagt, als auch rückblickend erfasst werden.

Die Studien des Dr. Gunther Hochwachs werden derzeit von Fachkollegen verifiziert, während sich Hochwachs selbst mittlerweile aus der Forschung zurückgezogen hat. Mit der Begründung: “Der Gedanke in einem Hochspannungsmasten letztlich Gott zu erblicken war mir ein Graus. Und ich war nahe dran.”

Wie nahe Herr Hochwachs nun Gott auch gekommen sein mag oder nicht- Für mich war diese Theorie Grund genug mir solche Hochspannungsmasten mal genauer anzusehen, in der Hoffnung dadurch womöglich ein bisschen in die Zukunft blicken zu können. Hat nicht funktioniert, aber womöglich seht ihr ja was das ich nicht sehe.

 

Danke fürs lesen, gut Strom und mit hochspannenden Grüssen

Manfred Herrmann

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