Perchtenläufe – Schöne Entstellung

Nachdem ich voriges Jahr bereits hier allgemein über die Geschichte von Perchtenläufen und Krampusrummel geschrieben habe, möchte ich mir an dieser Stelle ein paar Gedanken über die Masken an sich machen, die ich dieses Jahr beim Perchtenlauf in Traiskirchen fotografiert habe.

Die Masken leben ja prinzipiell alle von der Entstellung und Übertreibung meist menschlicher Gesichtsformen. Weiterlesen

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Verstaubte Ecken (magische Lektionen 1)

Verstaubte Ecken, vergessene Nischen, Simse und Borde außerhalb des Bewusstseins.

Hier wohnen sie, die Hexen und Zauberer, spinnen unbemerkt ihre Magie ins Gewebe der Welt.

Scheinbar verwachsen mit der Welt des Unbewussten, träumen sie Schicksal und weben ihre Fäden als feines Gespinst ins Leben der Menschen.

Kaum einmal bemerkt man sie, aber wenn doch, so weiß man nicht woran sie weben und spinnen, mit welchem Netz sie uns umhüllen, wohin welcher Faden denn führt

                                          Sie sind und tun, indem sie sind.

Denn wer kennt denn schon einen jeden Winkel seines Gehirns?

Wer kann sagen, all seine Ecken und Nischen und Simse und Borde abgestaubt und damit den Hexen und Zauberern ihr Werkzeug genommen zu haben?

Aber selbst wenn – Wer wird denn dem Staub für alle Zeit Herr?

Wir sind aus Staub und werden wieder zu Staub.

Dies ist das Geheimnis der Hexen und Zauberer.

Mit magischen Grüssen, Manfred Herrmann ;-)

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Mystisches Nebelland

Gestern Nachmittag hatten wir ja so einen richtig dichten Nebel über dem Land hängen. Also optimales Fotowetter, fand ich, schnappte mir gleich nach der Arbeit meine Kamera und macht mich auf in die Wälder.
In so einem dichten Nebel unterwegs zu sein ist immer wieder ein ganz eigenes Erlebnis. Er dämpft die Geräusche, die Welt ist stiller als sonst. Das Auge findet in der Weite keine klaren Formen, nichts woran es sich festhalten kann. Letztlich ist man in seiner Wahrnehmung auf die Dinge in der Nähe zurückgeworfen. So hat der Nebel auch immer etwas unmittelbares. Mit jedem Schritt enthüllt und versteckt er die Welt gleichermaßen. Man selbst ist immer die Mitte. Im Nebel der Welt verborgen und ihr bloßgestellt im selben Augenblick. …

In solcherart Gedanken versunken, erreiche ich auch schon ein Naturdenkmal namens “drei Steine”. Weiterlesen

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Allerheiligen

Jedes Jahr begehen wir Allerheiligen als Fest für die Toten. Es ist, aus christlicher Sicht, ein Gedenktag an alle Heiligen, aber auch an alle andere verstorbenen Gläubigen. Ein weit verbreiteter Brauch ist nach wie vor das verschenken von Allerheiligenstriezel an die Patenkinder. Dieser Striezel hat seine Wurzeln in antiken Trauerkulturen, wo man sich zum Ausdruck seines Schmerzes die zu einem Zopf geflochtenen Haare abschnitt. Ein weiterer und wohl der bekannteste Brauch, ist das schmücken der Gräber mit Lichtern. Dieser Brauch bezieht sich eigentlich auf Allerseelen, also den Tag nach Allerheiligen, wo den Armen Seelen im Fegefeuer gedacht und für ihre Erlösung gebetet wird.

In Verbindung mit Allerheiligen steht auch das Halloween- Fest, bei dem es sich eigentlich um eine Reihe von Volksbräuchen handelt, die am Vorabend von Halloween vor allem in Irland durchgeführt wurden. Besagte Bräuche sind eine Mischung aus Herbst- Löse- Heische- und Verkleidungsbräuchen. Irische Auswanderer exportierten den Brauch nach Amerika, wo er heute neben Weihnachten und Thanksgiving das bekannteste Fest darstellt. Seit einigen Jahren wird dieses Fest auch bei uns wieder gefeiert, wobei man getrost sagen kann, dass es sich um eine reine Kommerz- Veranstaltung handelt. Die viel zitierte These, es gäbe eine kontinuierliche Entwicklung keltischer Bräuche bis zu den Halloweenbräuchen gilt übrigens als wissenschaftlich unhaltbar, ebenso wie nicht sicher ist, dass Allerheiligen als Ersatztermin für das heidnische Samhainfest von den Christen aufgegriffen wurde. Dagegen spricht, dass der Novembertermin für Allerheiligen im 8 Jhdt. in Italien eingeführt wurde, wo Samhain unbekannt war. Allerdings begann die Missionierung Irlands bereits im 4 Jhdt. weshalb ein Zusammenhang nicht gänzlich auszuschließen ist.

Bei dem in diesem Zusammenhang viel zitierten Samhain -Fest, geht es unter anderem auch darum, dass die Elfenhügel offen stehen und die Menschen Zugang zu den Wesen der anderen Welt haben. Es liegt also der Gedanke nahe, dass man an diesem Tag auch den Toten begegnen könnte.

Aber egal ob man jetzt Christ oder Neuheide oder Atheist oder sonst etwas ist- Wer in einer solchen Novembernacht zwischen all den flackernden Lichter über einen Friedhof geht und dabei nichts verspürt, der ist ein Stein. Selbst wenn man alles religiöse, esoterische, metaphysische ablehnt, so sind die Toten die wir kannten dennoch eine psychische Realität. Ihr Sein hat uns Zeit ihres Lebens beeinflusst. Wer, der noch keinen geliebten Menschen verloren hat und sich dann und wann fragt, was er oder sie sich jetzt denken würde? Wie viele, dich nicht einmal ein Zwiegespräch mit einem Verstorbenen geführt haben? Die zu einem Bild oder Grab sprechen ?

Und wenn wir da so inmitten all der Lichter zwischen den Gräbern der Toten stehen- Was spricht dagegen die Grenzen zwischen der Welt im Kopf und der realen Welt ein wenig dünner werden zu lassen? Die Ketten, die uns von den Toten trennen, können wir sie übersteigen ohne selbst zu sterben?

Können die Verstorbenen nicht einen Schritt auf uns zu machen? Die Toten sind fort. Sie sind es für immer aber zugleich sind sie doch auch ewig in in uns. Also vergessen wir an diesen ein oder zwei Tagen im Jahr doch die Vernunft. Gehen wir nächtens an die Orte wo wir sie verabschiedet haben und unterhalten wir uns mit ihnen zwischen all den Lichtern. Was kann es uns schon kosten?

Mit Grüssen, an die Toten und jene, die es noch nicht sind.

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Herbstrot

An grau in grauen
Novembertagen,
leuchten die letzten
drei roten Dinge,
Menschen mutig
noch ins Herz:
Herbstblatt Hagebutte
und uralter Mohn,
erzählen von Zeit
der Lebensseele,
wie Blut Blut bleibt wenngleich -
sein Kleid sich auch wandelt.
 
 
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